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Nachricht Nr.: 96
29.10.2008
Neues Baby-Haus für die Orang-Utans in Samboja Lestari


Neues Baby-Haus für die Orang-Utans in Samboja Lestari
Die letzten Monate waren nicht einfach für Samboja und ihre Angestellten. Wir standen vor der Notwendigkeit, das gesamte Management umzustrukturieren und mussten zunächst einmal grundsätzliche Verbesserungen der Organisation in Angriff nehmen. Nicht nur, dass deshalb manche Routinearbeiten leider liegen blieben, auch unser langgehegter Plan, ein neues Haus für die jungen Orang-Utans zu bauen, blieb erst einmal Zukunftsmusik.

Nun sind aber die wichtigsten Schritte unserer Reorganisation gemacht und jeder gewöhnt sich bereits an die Veränderungen. Wir können uns wieder auf andere notwendige Projekte konzentrieren, wie z.B. auf das dringend benötigte Baby-Haus. Bisher mussten die jungen Tiere der Rehabilitationsstation Wanariset –Samboja in einem der Angestelltenhäuser gehalten werden. Dass die kleinen Orang-Utans so viel Platz in Anspruch nahmen – ein ganzes Haus mit Terrasse und den umliegenden Wald – war natürlich für die Beschäftigten und das ganze Projekt sehr problematisch – in den Räumen, in denen sie eigentlich wohnen sollten, wuchsen die jungen Menschenaffen heran. Die Leute waren gezwungen, außerhalb des Geländes zu wohnen und mussten Tag für Tag zur Arbeit abgeholt und wieder zurück gefahren werden. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es praktisch nicht, zumal unser ganzes Gelände sehr ausgedehnt ist und seine Straßen zum großen Teil nur von Fahrzeugen mit Vierradantrieb befahren werden können.

Übergangsweise wurden die Babies auch in der Klinik untergebracht, wo ein Raum für die Kleinsten, die rund um die Uhr Betreuung brauchen, hergerichtet wurde. Die Älteren konnten schon Quarantänekäfige als Schlafkäfige benutzen. Tagsüber lebten sie entweder auf eine der künstlich angelegten Inseln oder im Trainingswald der älteren Orang-Utans. So konnten sie das Klettern und Spielen in den Bäumen lernen und sich mit dem Wald vertraut machen.

Im Juli schließlich konnten wir endlich mit dem Bau des neuen Baby-Hauses beginnen, mussten aber die Arbeiten wegen heftiger Regenfälle immer wieder unterbrechen. Mitte September jedoch waren die Bauarbeiten zu etwa 85% abgeschlossen und unsere kleinen Zöglinge können sich nun langsam auf den Umzug vorbereiten.

Das Gebäude misst in der Grundfläche 8 mal 10 Meter und umfasst einen Schlafraum, einen Spielraum, ein kleines Futterlager, eine Küche und ein Badezimmer. Draußen vor dem Baby-Haus wird demnächst eine Spielwiese angelegt. Das Gelände ist bereits für die spielenden Orang-Utans reserviert, aber im Moment fehlt es noch an ausreichenden Beschäftigungs- und Klettermöglichkeiten.

Eine kleine Gruppe von ungefähr zehn Orang-Utans wird zum Schlafen in dem neuen Haus bleiben. Unter den Kleineren ist auch Dodo, der nach dem Orang-Utan-Jungen im Kinofilm „Kleiner Dodo „ von Warner Brothers benannt ist. Dodo und die anderen Orang-Utan-Kinder werden noch viel Zeit mit ihren menschlichen Babysittern brauchen, weshalb sie sich auf der Spielwiese vor dem Haus sicher sehr wohl fühlen werden. Die älteren Orang-Utans werden dagegen die Spiel- und Trainingszeit im Wald genießen und sich zwischendurch in ihrem neuen Haus ausruhen.

Wir hoffen, dass das neue Orang-Utan-Haus bald ganz fertig sein wird, so dass die Babies nicht mehr von einem Platz zum nächsten ziehen müssen, sondern sich an ihrem eigenen Refugium erfreuen können.
Die Borneo Orangutan Survival Foundation rettet, konfisziert und rehabilitiert ständig Orang-Utans, weshalb die Anzahl der Tiere in den Rehabilitationszentren stetig steigt. Die BOS Foundation bemüht sich stets, erprobte Standards artgerechter Tierhaltung einzuhalten und versucht trotz wachsender Schwierigkeiten ihre Arbeit ständig zu verbessern.

Ohne die Spenden engagierter Mitglieder und Tierfreunde wäre jedoch der Bau dieses Babyhauses und die ganze Arbeit von BOS praktisch unmöglich. Wir möchten an dieser Stelle allen Unterstützern danken, ganz besonders aber jenen Privatsponsoren, die sich eigens für den Bau dieses Hauses eingesetzt haben.

Geschrieben von Rita Sastrawan, aus dem Englischen übersetzt von Johanna Rode


Quelle: BOS Deutschland

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