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Nachricht Nr.: 95
29.10.2008
Illegaler Handel mit Primaten in Indonesien boomt
JAKARTA – Der illegale Handel mit gefährdeten Primatenarten in der indonesischen Provinz Java nimmt immer mehr zu. Selbst in der Öffentlichkeit werden die Tiere bedenkenlos zu Geld gemacht, so ein Umweltexperte.

Illegaler Handel mit Primaten in Indonesien boomt
Laut Rosek Nursahid, Direktor der unabhängigen Tierrechtsgruppe ProFauna, können Arten wie der Plumplori (Nycticebus) und der Java-Langur (Presbytis comata), beide von der IUCN als gefährdet bzw. stark gefährdet eingestuft, heute problemlos auf der Straße zum Beispiel in der Stadt Malang erworben werden. „Neben dem Handel mit gefährdeten Primaten auf öffentlichen Straßen werden die Tiere grausam misshandelt um sie für uns Menschen zu domestizieren“, so Nursahid.

„Die Reißzähne der Loris werden gezogen und sie werden gezwungen, tagsüber wach zu bleiben, obwohl sie von Natur aus nachtaktive Tiere sind und sich in natürlicher Umgebung nur im Schutze der Dunkelheit auf die Futtersuche begeben.“

Nursahid sagt, es gäbe keine zuverlässigen Zahlen über die Wildpopulationen der scheuen Primaten, aber werfe man einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen der Regenwaldabholzung, gäbe es keinen Zweifel daran, dass die Tierbestände rasant schrumpften.

Der Kauf und der Handel mit gefährdeten Arten ist unter der indonesischen Gesetzgebung verboten und kann mit bis zu 5 Jahren Gefängnis bestraft werden.

ProFauna gab der Kommunalbehörde bereits einen Bericht über den Primatenhandel in Malang ab, geändert habe sich an der Situation bisher jedoch noch nichts, beklagt Rosek Nursahid.

Neben Primaten meldet ProFauna 10.000 geschmuggelte wilde Papageien hauptsächlich vorgesehen für den Handel auf die Phillippinen.

ProFauna Indonesien ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich dem Schutz wilder Tiere und ihrem Lebensraum verschrieben hat. Früher als KSBK bekannt, wurde ProFauna 1994 in Malang, Ost-Java gegründet, hat Büros auf Java und Bali und Mitglieder in ganz Indonesien.

Für weitere Informationen besuchen Sie die Webseite von ProFauna.

www.profauna.or.id

Foto: ProFauna


Quelle: BOS Deutschland

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