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Nachricht Nr.: 93
28.10.2008
Bundesregierung bremst bei Biokraftstoffen
Die Ausbauziele der Bundesregierung für Biokraftstoffe sind ad acta gelegt - bis 2014 wird die Biokraftstoffbeimischung konstant bleiben

Bundesregierung bremst bei Biokraftstoffen
Das noch letzten November vorgegebene Ziel der Bundesregierung, eine Beimischung von 20% Biokraftstoffen bis 2020 zu erreichen, ist Makulatur. Erst mit den für Mitte nächster Dekade angekündigten „Biotreibstoffen der zweiten Generation“ werden höhere Zusetzungen anvisiert, vermeldete das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit am 22. Oktober.

Zudem soll der Steuersatz für reinen Biodiesel ab Anfang 2009 nur von 15 auf 18 Cent pro Liter erhöht werden und nicht wie bisher geplant, auf 21 Cent. Dennoch: Biodiesel wird teurer.

Der gesetzlich festgelegte Beimischungsanteil soll für das Jahr 2009 zunächst von 6,25 auf 5,25 Prozent gesenkt und auf diesem Stand bis 2014 eingefroren bleiben. Bis dahin sollen die Biotreibstoffe der zweiten Generation, die Pflanzenreste wie Stroh, Dung und Restholz energetisch nutzbar machen, hinreichend auf dem Markt etabliert sein.

Umweltschutz- und Nachhaltigkeitskriterien werden in dem Gesetz ein großer Stellenwert eingeräumt. So kann aus Biogas aufbereitetes Methan dem Beimischungsanteil angerechnet werden, wenn gewisse Umweltaspekte in dessen Produktionsverfahren erfüllt sind.

Biokraftstoffe, die noch zu Beginn des Jahrzehnts als mögliche Heilsbringer einer nachhaltigen modernen Mobilität gefeiert wurden, haben sich in vielerlei Hinsicht als problematisch erwiesen. So wurde der Anbau von Pflanzen für Biokraftstoffe von Experten und Entwicklungs-NGOs als Mitursache für die massiv und rapide gestiegenen Lebensmittelpreisen im ersten Halbjahr 2008 genannt. Konflikte zwischen “Tank und Teller” möchte die Bundesregierung durch das neue Gesetz künftig vermeiden.

Zudem kritisierten Automobilclubs und -hersteller, dass mehr als 3 Millionen Fahrzeuge nicht mit dem erhöhten Anteil an Biosprit betrieben werden können.

Aus Sicht von BOS Deutschland ist das Gesetz ein Schritt in die richtige Richtung. Eine Studie von Greenpeace Deutschland hat diesen Mai in verschiedenen Tankstellen-Stichproben eine Beimischung von Palmöl von bis zu 25% in deutschem Biodiesel festgestellt. Somit wird auch auf deutschen Straßen Regenwald verfahren.

Foto: © Geralt / PIXELIO'
www.pixelio.de


Quelle: BOS Deutschland

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