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Nachricht Nr.: 82
06.10.2008
Studie: Globus erhitzt sich schneller als vermutet
Kürzlich vorgestellte Studie "Carbon Budget 2007" sieht beschleunigten Klimawandel

Studie: Globus erhitzt sich schneller als vermutet
Der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) ist seit dem Jahr 2000 vier Mal schneller gestiegen als im Jahrzehnt zuvor – ungünstiger noch als der Bericht des International Panel on Climate Change (IPCC) der Vereinten Nationen dies im Jahr 2006 prognostizierte. Dies ist das Ergebnis der Studie “Carbon Budget 2007” des Global Carbon Projects, einer internationalen Forschergruppe. “Der Trend ist leider äußerst besorgniserregend, trotz der globalen Bemühungen die Emissionen zu begrenzen”, so Dr. Pep Canadell, ein Klimaexperte der australischen Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation CSIRO.

Der CO2-Anteil in der Atmosphäre stieg 2007 um 2,2 Teile pro Million (ppm) auf 0,0383 Prozent. Im Vorjahr hatte der Anstieg noch 1,8 ppm betragen. Das Muster der Emissionen habe sich seit Vereinbarung der UN-Klimarahmenkonvention 1992 verändert, berichtete der British Antarctic Survey (BAS) – China hat die USA mittlerweile als Top-CO2-Emittent überholt, und Indien wird in absehbarer Zeit Russland von Platz 3 verdrängen.

Geschuldet sei diese Tatsache nicht zuletzt einer sinkenden natürlichen Kapazität, die C02-Emissionen zu absorbieren. Konnten natürliche Senken wie Ozeane und Wälder vor 50 Jahren noch 600 Kilogramm von jeder Tonne des emittierten CO2 absorbieren, waren dies zuletzt nur noch 550 Kilogramm. So hatten britische Forscher etwa im vergangenen Jahr gemeldet, dass sich die CO2-Aufnahme des Meeres zwischen 1995 und 2005 um die Hälfte verringert hat.

Auch die Entwaldung im Tropengürtel spielt hier eine Rolle – durch die Abholzung tropischer Regenwälder wurden 1,5 Millarden Tonnen mehr CO2 in die Atmosphäre abgegeben als absorbiert werden konnten; hiervon mehr als ein Drittel aus asiatischen Ländern wie Indonesien. Der Bericht beziffert die jährliche Abholzung in den Tropen auf 13 Millionen Hektar.

Professor Corinne Le Quéré vom British Antarctic Survey betont die Wichtigkeit der natürlichen Senken: “Die Emissionen im Jahr 2007 waren im oberen Bereich der diskutierten Klimawandelszenarien. Wenn sich dieser Trend fortsetzt und die natürlichen Senken weiter geschwächt werden, befinden wir uns auf dem Weg in die pessimistischsten Klimawandelprognosen des IPCC.”

Quelle: BOS Deutschland

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