Nachricht Nr.: 76 18.09.2008 Widerstand gegen den Palmöl-Konzern Sinar Mas Einwohner des Dorfes Karang Mendapo auf Sumatra besetzen Plantage und ernten sie ab
 Etwa 450 Bauern des Dorfes Karang Mendapo in der Provinz Jambi besetzten das Land, das eigentlich ihnen selbst gehört. Hier hatte das Plantagenunternehmen Kresna Duta Agroindo des Konzerns Sinar Mas widerrechtlich Ölpalmen angebaut. Die Bauern kamen am 10. September 2008 um 8.00 Uhr früh auf fünf Lastwagen und fünf Kleinlastern über einen geschützten Weg zum Ort des Landraubs. Sie ernteten und transportierten innerhalb von zwei Tagen 45 Tonnen Palmölfrüchte ab, während sie die Lastwagen des Plantagenunternehmens erfolgreich blockierten.
Mit dieser Aktion fordert die Bevölkerung von Karang Mendapo ihr Land zurück. WALHI Jambi (Indonesiens größte Umwelt-NGO) unterstützt die Bauern und wird das Unternehmen Krisna Duta Agroindo und die Kooperative Tiga Serumpun wegen Betrugs anzeigen, da sie sich etwa 400 Hektar unrechtmäßig angeeignet haben.
Mit der Forderung nach der Rückgabe ihres Landes und mit der Ernteaktion demonstriert die Bevölkerung von Karang Mendapo ihren Widerstand gegen den offenen Landraub des Sinar-Mas-Unternehmens. Denn obwohl es im Vorfeld Verhandlungen mit Sinar Mas gegeben hatte, wurde dem Dorf sein Land nicht zurückgegeben. Daher sah man sich gezwungen, selbst Initiative zu ergreifen.
Hintergrund:
Die erste Plantage von Kresna Duta Agroindo der Sinar Mas Gruppe in Jambi entstand schon 1986. Der erste Konflikt mit dem Konzern entstand am 7. April 1990, als sich das Unternehmen einen 866 Hektar großen Wald des Dorfes Empang Benao unrechtmäßig angeeignet hatte. Trotz Einspruch der Dorfbewohner ist der Fall bis heute ungelöst.
Der Konflikt um das Land von Karang Mendapo hat seinen Ursprung im Jahre 1998, als Sinar Mas auf 5.022 Hektar Land mehrerer Dörfer der Region eine Ölpalmplantage anlegte. Karang Mendapo selbst beteiligte sich mit 694,4 Hektar an der Sinar Mas Plantage. Anscheinend spontan entschlossen sich 71 der Karang Mendapo-Bewohner, eine Kooperative Tiga Serumpun zu gründen und mit 180,4 Hektar Plasmabauern zu werden. Plasmabauern geben einem Plantagenunternehmen Land ab und bauen selbst Ölpalmen an. Die Ernte wird dann zwischen Unternehmen und Bauer aufgeteilt. Die restlichen 519,1 Hektar blieben Gemeindeland. Zum einen ist die Kooperative also kein Gemeinschaftsentschluss gewesen und zum anderen wurden aber nicht die vereinbarten 694,4 Hektar abgeholzt sondern 1.020 Hektar.
Außerdem gibt es Beschwerden, dass es bei der intransparenten Erfassung der Ernteerträge der Plasmabauern sehr häufig zu Manipulationen kommt. Die Erträge würden nicht, wie vorher vereinbart, nach dem Schlüssel 70:30 für Land im Individualbesitz bzw. nach dem Schlüssel 60:40 für Land im Kommunalbesitz, verteilt.
Quelle: Übersetzt und bearbeitet von Marianne Klute, Watch Indonesia!; Gekürzte und bearbeitete Version von Jana Jäger
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