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Nachricht Nr.: 471
04.04.2012
Sumatra brennt
Palmölindustrie verursacht Flammenmeer in Sumatra

Sumatra brennt
In Nordsumatra steht der Wald in Flammen. Immer tiefer dringt der Brand in den Tripa-Regenwald ein. Er ist einer der drei letzten Torfsumpfwälder der Provinz Aceh. Und eine der letzten Zufluchten der bedrohten Sumatra-Orang-Utans.

Was hier passiert, macht sprachlos: Im Tripa-Regenwald lebt eine große Zahl der letzten 6.600 Sumatra-Orang-Utans. Werden die Rodungen nicht gestoppt, könnte diese Population schon bis Ende 2012 für immer vernichtet sein.

Das Feuer brennt eine Schneise zwischen Politik und Naturschutz. Ein Palmölunternehmen erhielt von der Regierung Nutzungsrechte für den geschützten Nationalpark. Eine Koalition aus mehreren NGOs hat daher ein Gerichtsverfahren gegen den amtierenden Gouverneur der Provinz Aceh, Yusuf Irwandi, und den Hauptakteur der Palmölindustrie, Lizenznehmer PT Kallista, angestrengt. Irwandi hatte im August 2011 Nutzungsrechte für Flächen im Tripa-Regenwald an das Palmölunternehmen vergeben.

Während das Verfahren nur schleppend in Gang kam, wurden in den vergangenen Wochen mehrfach Brände in den geschützten Gebieten gelegt.
Gestern nun der Rückschlag für den Natur- und Tierschutz: Das Gericht lehnte eine Urteilsverkündung ab. Zur Begründung hieß es, die Parteien hätten sich zuerst um eine außergerichtliche Einigung bemühen müssen.

Und das, obwohl das besagte Gebiet gleich mehrfach unter Schutz steht: Es ist nicht nur UNESCO-Weltkulturerbe, auch gehört es zum bekannten Leuser-Gebiet, das nach indonesischem Gesetz Nationalpark ist. Erst 2007 erließ Gouverneur Irwandi, der nun für die Rodungen vor Gericht stand, ein Waldschutzmoratorium, mit dem er als „Grüner Gouverneur“ bekannt wurde.

Seit 2011 stand das Gebiet unter weiterem Schutz. Indonesien verpflichtete sich damals im Rahmen des UN-Waldschutzprogramms REDD+. Umso drastischer, was hier unter den Augen der Weltöffentlichkeit geschieht.

Lesen Sie dazu auch einen aktuellen Artikel von Annett Keller. Erschienen in der taz am 15.04.2012: Palmölfelder im Orang-Utan-Reservat

Bedeutung von Torfwäldern



Quelle: Quellen: taz, Rettet den Regenwald e.V., Foto: BOS Deutschland

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