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Nachricht Nr.: 336
31.05.2010
Neuer Palmölverband will Nachhaltigkeitsstandards weiter lockern
Industriefreundliche Standards beim Ölpalmenanbau. Der Kampf des neuen Palmölverbandes IMPOG gegen die Umwelt-NGOs hat viele "To-Dos".

Neuer Palmölverband will Nachhaltigkeitsstandards weiter lockern
Kein Konkurrenzorgan zum "Runden Tisch für Nachhaltiges Palmöl" (RSPO), aber mehr Druck auf ihn soll es geben. Dies beschlossen die beiden größten Palmölproduzenten Indonesien und Malaysia auf einer Konferenz Anfang Mai in Kuching, Malaysia. Hier schlossen sich sechs Industrieverbände zur "Indonesian and Malaysian Palm Oil Group" (IMPOG) zusammen, um der Kritik von Umweltschutzorganisationen etwas entgegen zu setzen und mehr Gewicht im RSPO einzubringen. Erstes Projekt der Gruppe: eine Aufweichung der ohnehin von Umweltschützern als zu lax kritisierten Nachhaltigkeitskriterien des RSPO.

"Wir haben uns zusammengetan, um uns gegen die Vorwürfe der NGOs zu wehren," sagte Mamat Salleh, Geschäftsführer des Malaysischen Palmölverbands (Malaysian Palm Oil Association MPOA) dem Jakarta Globe. Aufgrund einer Greenpeace-Kampagne hatte der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé im März dieses Jahres angekündigt, kein Palmöl des indonesischen Produzenten Sinar Mas mehr zu kaufen.

Für den Anbau des Fettes, das auch für den Westen zu Lebensmittel, Kosmetika und Biodiesel verarbeitet wird, holzt der Konzern den Regenwald ab und treibt damit das Artensterben voran, lautet der Vorwurf zahlreicher Umweltschutzorganisationen. Zuvor hatten bereits Unilever und Kraft ihre offizielle Zusammenarbeit mit dem Sinar-Mas-Konzern eingestellt. "Für uns ist das eine ernste Sache. Wir sind nicht so schlecht, wie diese Leute uns darstellen", beklagte Mamat.

In einer Pressemitteilung kündigte die IMPOG an, "sich gemeinsam mit dem Runden Tisch für praktikablere Produktionsweisen einzusetzen". Der 2004 gegründete RSPO, ein Zusammenschluss der Industrie und einiger weniger Umweltgruppen, setzt sich für ökologische und soziale Nachhaltigkeitsstandards bei der Produktion von Palmöl ein. Umweltgruppen haben stets beklagt, dass die Kriterien zu wenig durchgesetzt würden und ohnehin unzureichend seien. Was eine "praktikablere Produktionsweise" bedeutet, haben Vertreter der Industrie bereits im Vorfeld klar gemacht: die Kriterien sollen noch weiter gelockert werden.

Die Produktion von Palmöl und Palmkernöl ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Indonesiens und Malaysias, rund 25 Milliarden US-Dollar nehmen sie durch den Verkauf der Fette ein. Etwa eine Million Hektar verliert das Land jährlich durch die Rodung von Regenwäldern, auf denen die endlosen Plantagen errichtet werden. Dadurch ist der Lebensraum des Orang-Utans massiv geschrumpft und verinselt - Schätzungen zufolge sollen insgesamt noch etwa 50.000 der rothaarigen Menschenaffen auf Borneo leben.


Foto: Palmölplantage mit Produktionsanlage




Quelle: Jakarta Globe, Lars Dittmer, BOS-Deutschland

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