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Nachricht Nr.: 312
22.03.2010
Stellungnahme zu FOCUS-Artikel
Stellungnahme zu Vorwürfen gegen BOS Deutschland in der Presse

Stellungnahme zu FOCUS-Artikel
Stellungnahme zu Vorwürfen gegen BOS Deutschland in der Presse
Am 22.03.2010 haben das Nachrichtenmagazin FOCUS und einige Tageszeitungen Artikel über die Arbeit von BOS Deutschland veröffentlicht, zu denen wir im Folgenden Stellung nehmen wollen.

Mittelweitergabe nach Indonesien
In den Artikeln wird der Eindruck erweckt, BOS Deutschland würde eingenommene Spendengelder nicht für die Projektarbeit in Indonesien weiterleiten. Diese Behauptung ist falsch und bleibt in allen Artikeln ohne Beleg.

Wahr ist hingegen, dass BOS Deutschland im Jahr 2008, wie an anderer Stelle in den Veröffentlichungen auch genannt, 215.122,00 € an die BOS Foundation weitergeleitet hat.

Wir sehen es als unsere Pflicht gegenüber unseren Spender_innen an, ihre Spenden nicht ungesehen weiterzuleiten, sondern Gelder ausschließlich auf der Basis nachprüfbarer und transparenter Projektanträge freizugeben. Im Jahr 2008 konnten wir nach Lage der Dinge daher nur 215.122,00 € überweisen.

Erst 2009 sind weitere Anträge von Seiten der BOS Foundation eingegangen, die unseren Transparenz- und Qualitätskriterien hinsichtlich einer nachvollziehbaren, detaillierten Aufschlüsselung der Mittelverwendung entsprachen. Dadurch sind zwischen Januar und Juli 2009 weitere 355.361,43 € der Spenden, die 2008 eingenommen wurden, in die Projektarbeit in Indonesien geflossen.

Das Projekt Samboja Lestari und die Dokumentation von Hannes Jaenicke
Hannes Jaenicke wird wiederholt mit dem Vorwurf zitiert, dass das Projekt Samboja Lestari, welches in seiner Dokumentation besonders erwähnt wurde, seit der Ausstrahlung überhaupt kein Geld erhalten habe. Auch diese Behauptung ist falsch.

Wahr ist, dass die BOS Foundation im Jahr 2008 73.111,00 € ausschließlich für Samboja Lestari zweckgebundene Gelder von BOS Deutschland, teilweise über den Umweg über BOS International, erhalten hat, siehe BOS Rechenschaftsbericht und Mittelverwendung Seiten 57 und 64.

Im Jahr 2009 hat die BOS Foundation das Projekt Samboja Lestari weniger offensiv weiter betrieben, doch auch in diesem Jahr wurden über ungebundene Gelder 11.000,00 € Spenden von BOS Deutschland durch die BOS Foundation in Samboja Lestari aufgewendet. Darüber hinaus sind zweckgebunden für die Weiterentwicklung des Quadratmeterprojekts weitere 7.700,00 € von BOS Deutschland nach Samboja Lestari geflossen.

Interne Differenzen
Die Artikel zitieren außerdem namentlich nicht genannte Vereinsmitglieder, die dem Vorstand unprofessionelles Handeln, Desinformation und Fehlverwendung von Spendengeldern vorwerfen würden. Wir können auf Grund der fehlenden Quellenangabe nur vermuten, dass hier ein Schreiben aus dem Oktober 2009 gemeint ist, das in der Folge zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins im Dezember 2009 geführt hat. In der Tat wurden bei dieser Versammlung alle vorgebrachten Kritikpunkte an der Arbeit des Vorstands offen angesprochen und in der Diskussion entkräftet. Die meisten dieser Anschuldigungen sind aus einem Missverständnis über die Zuständigkeiten von BOS Deutschland und der BOS Foundation in Indonesien entstanden und betrafen gar nicht den Verantwortungsbereich von BOS Deutschland, wie auch die Kritiker eingestehen mussten. Ein Abwahlantrag gegen den Vorstand wurde nach der Aussprache zurückgezogen, siehe Artikel außerordentliche Mitgliederversammlung.


Mittelverwendung
Weiterhin heißt es in dem FOCUS-Artikel, dass 215.122,00 €, die im Jahr 2008 projektbezogen an die BOS Foundation weitergeleitet worden sind, rund 300.000,00 € gegenüberstünden, die für "Vereinszwecke" ausgegeben worden seien. Diese Behauptung ist falsch und kann nur auf eine Fehlinterpretation des Rechenschaftsberichts 2008 zurückgeführt werden.

Wahr ist, dass die allgemeinen Vereinskosten im Jahr 2008 bei 97.536,09 € lagen. Siehe BOS Rechenschaftsbericht und Mittelverwendung, Seite 58.

Vermutlich wurden die projektbezogenen Ausgaben von BOS Deutschland, wie Personalkosten, die z.B. durch die Überprüfung der Projektanträge der BOS Foundation aufgewendet werden mussten, Honorarkosten für externe Gutachter und projektspezifische Reisekosten, um eine transparente Mittelverwendung garantieren zu können u.a. fälschlicherweise auf die allgemeinen Vereinskosten aufgeschlagen.

Transparency International
Der FOCUS behauptet darüber hinaus, dass Juristen von Transparency International eingeschaltet worden seien, um die vereinsinternen Auseinandersetzungen zu klären. Diese Behauptung erweckt einen falschen Eindruck.
Wahr ist, dass Dr. Max Dehmel, Mitglied von BOS Deutschland und pensionierter Jurist aus dem Bundeswirtschaftsministerium aus dem Bereich Filmförderung, Mitglied in der Kommission zur Erarbeitung einer neuen Satzung für BOS Deutschland ist, siehe BOS Tagebuch, Februar 2010.
Parallel dazu engagiert sich Dr. Dehmel ebenfalls ehrenamtlich als Themenführer Internationale Konventionen bei Transparency International. Siehe Transparency International

In keiner Weise gibt es eine Überprüfung oder irgendeine Befassung von Transparency International mit BOS Deutschland.

BOS Foundation und Bungaran Saragih
Die Vorwürfe eines Interessenkonflikts zwischen dem Schutz der Orang-Utans und ihres Lebensraumes und den Interessen der Palmölindustrie, die im FOCUS-Artikel gegen die BOS Foundation und Prof. Bungaran Saragih geäußert werden, sind von BOS Deutschland weder zu beantworten noch zu verantworten. Im Gegenteil hat BOS Deutschland bereits Mitte 2009 die BOS Foundation aufgefordert, im Sinne des Schutzes der Orang-Utans Interessenskollisionen, sofern vorhanden, umgehend aus der Welt zu räumen und davon auch Greenpeace Deutschland und den Verein Urgewald in Kenntnis gesetzt.

Wir sind tief betrübt über den Eindruck, der durch die Veröffentlichungen hervorgerufen werden kann und den Schaden, der daraus eventuell entsteht. Die substanzlose Verunsicherung von Spender_innen auf der einen Seite und die grundlose Verunglimpfung der Arbeit vieler auch ehrenamtlich tätiger Menschen auf der anderen Seite sind ein Schaden für uns alle. Denn Hannes Jaenicke hat Recht, wenn er sagt, dass die Orang-Utans nur ein "Symptom" seien (gemeint ist möglicherweise "Synonym"), wie er im Gespräch mit dem Focus gesagt hat, siehe Artikel im FOCUS.

Wir sollten daher unsere Kräfte einen, nicht teilen. Zwietracht lenkt nur von unserem gemeinsamen Ziel ab. Das Überleben unserer rothaarigen Verwandten geht uns nicht nur mittelbar etwas an: Mit dem Verschwinden einer Spezies, die der unseren so nahe steht, wird auch hinter unsere Existenz ein Fragezeichen gestellt. Nur wenn es uns gelingt, die Regenwälder für die Orang-Utans zu sichern, haben auch wir eine Chance, langfristig zu überleben.


Quelle: BOS Deutschland

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