Nachricht Nr.: 259 27.11.2009 Hutan Lestari - neues Auswilderungsgebiet BOS Foundation erwirbt eine Konzession für Regenwald zur Auswilderung von Orang-Utans - Vertreter von BOS Deutschland waren bei der offiziellen Zeremonie vor Ort
 Am 19.11.2009 fand im indonesischen Forstministerium in Jakarta die offizielle Übergabe der ersten Waldnutzungskonzession für den Orang-Utan-Schutz statt.
Bei dem neuen Projekt "Hutan Lestari" (ehemaliges Gebiet der Loggingfirma Mugitriman) handelt es sich um ein 86.000 Hektar großes, teils bergiges Gebiet in Ostkalimantan/Borneo (rund 20.000 Hektar davon Primärwald), das sich als Lebensraum für eine größere Gruppe von
Orang-Utans eignet – die BOS Foundation spricht derzeit von 127 Tieren. Ziel ist es eine reproduktionsfähige Gruppe anzusiedeln. Das Gebiet scheint hierfür geeignet, da es durch Gebirgszüge und Flüsse geographisch begrenzt ist, so dass das Risiko eines Konfliktes mit anderen in Ostkalimantan lebenden Populationen verschwindend gering scheint.
Wie jedes größere Waldgebiet, ist auch Hutan Lestari (Indonesisch für "Ewiger Wald") für die CO2-Bilanz und den Wasserhaushalt in der Atmosphäre bedeutsam und sein Erhalt für den Klimaschutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt relevant. Das Waldgebiet wird aufgrund seiner weitgehenden Unberührtheit als wichtiger Kohlenstoffspeicher eingeschätzt und eine Teilfinanzierung des Projektes wird über den sogenannten "Voluntary Carbon Market" angestrebt. Anders als die Tiefregenlandwälder auf Borneo (so z. B. das Mawas-Gebiet) wächst der Wald von Hutan Lestari jedoch nicht auf den extrem kohlenstoffreichen Torfböden.
Es ist das zweite Projekt dieser Art in Indonesien, wofür eine NGO (Nichtregierungsorganisation)eine echte Waldnutzungskonzession bekommt, und das erste dieser Art, welches für die Orang-Utan-Auswilderung vorbehalten ist. Die Konzession wurde vom indonesischen Staat erworben und kann für 95 Jahre gehalten werden.
Der Erwerb einer solchen Konzession ist rechtlich nur für Unternehmen möglich, daher hat die BOS Foundation eine Firma gegründet (PT Restorasi Habitat Orangutan Indonesia, RHOI), die für BOS die Konzession halten wird und einen detaillierten mittelfristigen Entwicklungsplan für das Gebiet vorgelegt hat. Die Chance für diesen innovativen Schritt ergibt sich aus dem Orang-Utan-Aktionsplan der indonesischen Regierung, bis 2015 alle zur Rehabilitation geeigneten Orang-Utans auszuwildern.
Vertreter von BOS Deutschland, darunter der 1. Vorsitzende Boris Thiemig und 2. Vorsitzende Maik Schaffer, sowie die Primatologin Dr. Signe Preuschoft von der tierschutzorganisation "Vier Pfoten" haben als Repräsentanten der Spendenorganisationen teilgenommen.
Foto: Vertreter von Vier Pfoten u.A. die Primatologin Signe Preuschoft, der erste Vorsitzende von BOS Deutschland Boris Thiemig, die Aufsichtsratvorsitzenden der BOS Foundation Bungaran Saragih und Ir. Djamaludin Suryohadikusumo und Vertreter der Regierung Ost-Kalimantans
Quelle: BOS Foundation, BOS Deutschland
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