Nachricht Nr.: 257 27.11.2009 Indonesien stoppt Regenwaldroder APRIL Das indonesische Forstministerium pfeifft den Regenwaldroder APRIl zurück - vorangegangen waren massive Demonstrationen
 Nach massiven Protesten hat das indonesische Forstministerium die Rodungen des Zellstoffkonzerns APRIL (Asia Pasific Resources International) gestoppt. Wie es aus Kreisen der Behörde hieß, sollen “die Konzessionen geprüft werden”. Derweil hat der finnische Papierkonzern UPM-Kymmene angekündigt, seine Zusammenarbeit mit dem indonesischem Zellstoffzulieferer einzustellen.
“Dass UPM-Kymmene jetzt mit dieser Meldung herauskommt, ist ein Riesenerfolg”, sagte Greenpeace-Waldexpertin Corinna Hölzel, deren Organisation an den Protesten maßgeblich beteiligt war (BOS Deutschland berichtete am 13. November 2009). Die Aktion beweise, dass das internationale Zusammenspiel, die Probleme vor Ort anzugehen und gleichzeitig Druck auf die Abnehmerländer aufzubauen, funktioniere.
Der Konzern hatte in den vergangenen Monaten in der Region große Flächen Regenwald dehydriert und zerstört. Greenpeace zufolge geschah dies auf Torfböden von einer Tiefe von 4 Metern und noch mehr – das indonesische Recht untersagt Rodungen auf Torfböden tiefer als 3 Meter. Die Behörden vor Ort sahen hier weg, erwiesen sich dafür umso eifriger bei der Bekämpfung der Aktionen der Demonstranten. Lokale Aktivisten der Organisation und Anwohner hatten sich an Rodungsmaschinen gekettet – einige von ihnen wurden von den Behörden inzwischen des Landes verwiesen.
Auch auf die Rechte der Ureinwohner hatte der Konzern wenig Rücksicht genommen, wie das Forest Peoples Programme berichtet. Greenpeace prüfe daher, ob der Zellstoffzulieferer überhaupt im Rahmen der Legalität agiere. Die Entscheidung des finnischen Papierkonzerns wurde am Donnerstag, dem 19. November, verlautbart. Die Finnen rechtfertigten ihre Zusammenarbeit mit der angeblichen FSC-Zertifizierung des APRIL-Konzerns – laut Greenpeace habe aber kein in Indonesien tätiges Unternehmen das FSC-Siegel.
Die beiden Unternehmen arbeiteten laut Friends of the Earth Finland seit 1997 zusammen. Schon damals hagelte es Kritik von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen für die zerstörerischen Aktivitäten APRILs – unter Anderem wurden dem Konzern Menschenrechtsverletzungen, irreversible Umweltzerstörungen und die Stützungen des diktatorischen Suharto-Regimes zur Last gelegt. Keine der kürzlich durch die Greenpeace-Kampagne an die Öffentlichkeit gelangten Informationen über APRIL dürften den Finnen daher neu gewesen sein. Das Unternehmen ist der weltweit drittgrößte Papierhersteller und agiert in Deutschland unter dem Namen Nordland Papier.
Foto: Demonstranten und Dorfbewohner stehen Polizei und APRIL-Vasallen gegenüber (Quelle: Greenpeace)
Quelle: Lars Dittmer, BOS-Deutschland
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