JETZT SPENDEN

Nachricht Nr.: 247
13.11.2009
Proteste gegen Urwaldrodungen in Riau
Vor den UN-Klimagesprächen in Kopenhagen möchte Greenpeace in Indonesien mit Demonstrationen auf die Wichtigkeit des Waldschutzes aufmerksam machen

Proteste gegen Urwaldrodungen in Riau
Rund 40 Greenpeace-Aktivisten haben in Indonesien eine Reihe von Aktionen gegen die Abholzung des Regenwaldes unternommen. Auf der Halbinsel Kampar auf Sumatra fesselten sich die Umweltschützer an Bagger, mit denen dort gerodet wird. Obendrein entrollten sie ein 20 mal 30 Meter großes Plakat, mit denen sie US-Präsident Obama zu einem beherzten Einsatz für den Urwaldschutz auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen aufforderten.

"Die Zerstörung der indonesischen Urwälder ist eine Katastrophe für das globale Klima” sagte Greenpeace Klimaexpertin Corinna Hölzel. In den meterdicken Torfböden der Regenwälder sei besonders viel Kohlendioxid gespeichert, das bei einer Rodung ausgestossen werde und damit den Klimawandel anheize. Die ungezügelte Rodung tropischer Regenwälder ist inzwischen verantwortlich für ein Fünftel der weltweiten Kohlenstoffemissionen.

Mit ihrem an die Politik gerichteten Banner möchte Greenpeace auf die entscheidende Rolle der UN-Klimagespräche in Kopenhagen für den Waldschutz hinweisen. Die Aktivisten haben ein Wald- und Klimacamp in der Provinz Riau eingerichtet, um die lokale Bevölkerung beim Schutz der Urwälder zu unterstützen. “Besonders die Industrieländer müssen dazu beitragen, die letzten Urwälder dieser Welt zu retten. Dazu bedürfte es eines Urwaldfonds, der mit 30 Milliarden Euro jährlich ausgestattet sein muss,” sagte Corinna Hölzel.

In der Gegend der Greenpeace-Demonstration ist derzeit die Asia Pacific Resources International Holding (APRIL) damit beschäftigt, den Regenwald in Palmölplantagen umzuwandeln. Palmöl ist Bestandteil vieler Lebensmittel, Kosmetika und Industriegüter und wird auch in großen Mengen auf dem europäischen Markt nachgefragt. Zwar hatte APRIL seit längerer Zeit behauptet, in der Gegend nicht mehr tätig zu sein, dennoch konnten die Aktivisten nachweisen, dass es sich bei den Rodungen um Tätigkeiten des Konzerns handelte. Neben Sinar Mas wird der Zellstoff- und Papierhersteller APRIL beschuldigt, einer der Hauptzerstörer des Regenwaldes zu sein.

Die Entwässerung des Bodens fand laut Greenpeace in einer Gegend in Kampar statt, in der der Torfboden mächtiger als 3 Meter ist – Rodungen sind hier nach indonesischem Gesetz illegal. Obendrein ist das Gebiet – noch – für seine immense Biodiversität bekannt: Tiger und andere seltene Arten finden sich hier. Das Gebiet ist für eine Förderung durch das REDD-Programm (Reduktion der Kohlendioxidemissionen durch Waldschutz) der Vereinten Nationen im Gespräch, das für die Erhaltung von Regenwäldern Gelder bereitstellt.

Laut der Organisation Forest Peoples Programme, die sich für die Belange indigener Gemeinschaften einsetzt, möchte die APRIL-Gruppe beides: von REDD-Geldern profitieren und gleichzeitig roden. Zu diesem Zweck plane man hier die Präservation eines “grünen” Kerns auf der Peninsula – und rodet gleichzeitig inkognito weiter. Nicht nur die Rechte der Ureinwohner werden hierbei regelmäßig übergangen, vermeldet ein Bericht des Center for International Forestry Research (CIFOR).


Quelle: Lars Dittmer, BOS-Deutschland

Zurück zur Nachrichtenübersicht