Nachricht Nr.: 239 16.10.2009 Indonesien möchte Emissionen senken Am Rande der UN-Klimakonferenz stellte die indonesische Regierung ein CO2-Reduktionsprojekt im Rahmen des REDD vor
 Wie die indonesischen Antara News vergangene Woche berichteten, plant die indonesische Regierung die Einführung einer Kohlenstoffreduktionsinitiative im Bezirk Berau. Das Berau Forest Carbon Program (BFCP) wurde am Rande der UN Klimakonferenz in Bangkok diskutiert – die Initiative wäre Teil des REDD-Programms (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation), das die Bewahrung von Wäldern als Kohlenstoff-Senken finanziell belohnen möchte.
"Die Reduzierung von Emissionen durch verminderten Holzeinschlag ist praktikabel" ,sagte der Vorsitzende der Indonesischen Delegation, Agus Purnomo. "Mit dieser Initiative zeigen wir auf Bezirksebene, wie die Ausgestaltung des REDD-Prozesses aussehen könnte."
Im Rahmen des Projektes in Berau sollen im Jahr 2015 800 000 Hektar Wald effizient gemanagt werden – Kohlenstoffemissionen von 10 Millionen Tonnen binnen fünf Jahren könnten so vermieden werden. Das Areal umfasst in großen Teilen wertvolle Wassergebiete mit einer immensen Biodiversität. Rund 1500 Orang-Utans werden in dem Gebiet vermutet, das auch der lokalen Bevölkerung ökonomische Möglichkeiten bietet.
In dem Programm sollen alle REDD-Schlüsselkomponenten zum Einsatz kommen. Die Instrumente reichen von der Landplanung, über das Management von Wäldern und Agrarflächen bis hin zu CO2-Messungen auf Bezirksebene.
Die US-amerikanische Umweltorganisation The Nature Conservancy (TNC) sieht das Projekt als vorbildlich. "Durch die Unterstützung dieses Programmes hat Indonesien eine Vorreiterrolle übernommen", zeigt sich Andrew Deutz, Direktor für Internationale Beziehungen bei der Organisation, überzeugt.
In der Vergangenheit wurde von vielen Umweltorganisationen stets beklagt, dass die Bemühungen Indonesiens beim Waldschutz von zäh bis hin zu nicht vorhanden rangierten.
Zwar wurde unter Präsident Yudhoyono der illegale Holzeinschlag eingedämmt, dennoch sind unter seiner Administration riesige Flächen für legale Ölpalmenkultivierung konzessioniert worden. Indonesiens Wälder sind gewaltige Kohlenstoffspeicher – durch die weitflächigen Rodungen wurde das Land global zu einem der schwersten Klimasünder. Bislang bleibt jedoch immer noch völlig unklar, ob Indonesien unter Yudhoyono tatsächlich seine Verantwortung im internationalen Klimaschutz wahrnehmen kann und möchte.
Quelle: Lars Dittmer, BOS-Deutschland
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