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Nachricht Nr.: 227
23.09.2009
Modewelt lässt Regenwaldzerstörer fallen
Auf einer Party der New York Fashion Week zeigten viele Modefirmen dem Papiergiganten APP die rote Karte

Modewelt lässt Regenwaldzerstörer fallen
Die Modewelt wurde kürzlich auf der New Yorker Fashionweek nachhaltig zum Erzittern gebracht: Nicht durch den trendigsten Designer oder das schrillste Outfit – ein Blick in Richtung Indonesien und der Vernichtung der Regenwälder genügte. Am 15. September veranstaltete das Rainforest Action Network (RAN) auf dem Mode-Event eine Party mit der Botschaft an die Branche, genauer auf das Papier zu achten, das sie in Form von Tüten ihren Kunden mitgibt.

RAN argumentierte, dass viele Fashion-Kunden mit ihren Einkaufsbehältnissen unbewusst zur Zerstörung des Regenwaldes beitragen – dies habe Einfluss auf das Weltklima und bedrohe Tierarten wie den Orang-Utan, den asiatischen Elefanten, den Tiger, das Sumatra Rhinozeros und unzählige andere weniger bekannte Arten.

Die Organisation entschied, dass die Modewelt am besten über eine Party zu erreichen sei – diese Rechnung scheint aufgegangen zu sein. Über ihren Zulieferer Pak 2000 kündigten zahlreiche Firmen ihre Verträge mit Asia Pulp and Paper (APP), darunter H&M, Billabong, Baker & Taylor, Osborn & Little, und OKA.

APP war schon lange im Fadenkreuz von Umweltschützern und war immer wieder Anschuldigungen über Regenwaldabholzung, Vernichtung natürlicher Lebensräume und der Vertreibung indigener Gemeinschaften ausgesetzt. Mit der Austrocknung der Regenwaldböden trägt das Unternehmen massiv zur Klimaerwärmung bei. Die Online-Ausgabe der Times berichtet, dass der Papiergigant derzeit kontinuierlich eines der letzten Lebensräume des Sumatra-Elefanten und des Tigers vernichtet – weitere Planungen sehen weitflächige Abholzungen in der Jambi-Provinz in Sumatra vor.

Mitveranstalter der Party war der Modeschmuckkonzern Tiffany & Co., der als einer der ersten den Wechsel zu Papierprodukten (inklusive der Tüten) mit dem FSC-Siegel vollbrachte.

„Tiffany & Co. hat eine lange Geschichte des Umweltbewusstseins”, wird Michael J. Kowalski, Aufsichtsrat- und Vorstandsvorsitzender von Tiffany & Co., zitiert. „Angefangen bei unseren Papiertüten, über unsere Edelsteine bis hin zu unserem Gold und Silber, versuchen wir unsere Erde schonend zu behandeln. Unsere Kunden können sich sicher sein, dass wir ihren Wunsch, unseren Kindern eine saubere Erde zu vermachen, teilen.“

Die Zerstörung von Wäldern und Torfmooren in Indonesien hob das Land unlängst auf den dritten Platz unter den größten CO2-Emittenten. Die Rodung des Regenwaldes ist für rund 15-20% des globalen Treibhausgas-Austoßes verantwortlich. Umweltschutzaktivisten propagieren immer wieder, dass eine Einstellung dieser gigantischen Vernichtung von Leben die günstigste Weise sei, der Erderwärmung entgegenzuwirken.

RAN hat rund einhundert Modelabels als weitere Abnehmer der Taschen und somit Mitverantwortliche in diesem Prozess identifiziert. Die Organisation hat die entsprechenden Konzerne bereits angeschrieben und wartet auf Antworten.

„Die Welt blickt auf die New York Fashion Week für neue Trends”, sagt Michael Brune, der Vorstandsvorsitzende von RAN. „Nach dieser Party wird die Welt feststellen, dass einer der wichtigsten Trends 2010 sein wird, die Regenwaldzerstörung aus den Boutiquen zu verbannen.”

Zuvor hatte Asia Pulp and Paper aufgrund der Umweltzerstörung bereits Verträge mit Staples, Wal Mart, Office Depot, und Woolworths verloren.

Quelle: Mongabay.com, Übersetzung: Lars Dittmer, BOS-Deutschland

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