Nachricht Nr.: 223 10.09.2009 Weltbank stellt Zahlungen an Regenwaldroder ein Nach einer internen Prüfung lenkt die Weltbank um - es gibt für Plantagenbauer Wilmar International kein Geld mehr
 Die Weltbank hat verkündet, Finanzhilfen durch die Internationale Finanz-Corporation (IFC) an die Palmölindustrie bis auf Weiteres einzustellen. Robert Zoellick, der Präsident der Weltbank, teilte in einem Brief an involvierte Nichtregierungs-Organisationen mit, dass erst wieder Mittel zugeteilt werden, wenn Mechanismen erarbeitet werden, die einen Einsatz der Gelder in ökologische oder soziale Fehlentwicklungen verhindern. Eine kürzliche interne Prüfung hatte festgestellt, dass die Finanzhilfen der IFC an den Plantagenkonzern Wilmar International eigenen Standards zuwider laufen – wirtschaftlich-kommerziellen Interessen wurde hier Vorrang vor sozialen und ökologischen Standards gewährt.
Aufgebracht wurden die Vorwürfe im August 2009 von Organisationen im Bereich des Umweltschutzes und der Rechte indigener Völker (BOS Deutschland berichtete). Der Anbau von Ölpalmen ist ihrer Ansicht nach der Hauptverursacher für die Vernichtung des südoastasiatischen Regenwaldes und hat den CO2-Ausstoß Indonesiens rapide steigen lassen. Die weitflächige Ausbreitung der Industrieplantagen stellt die Hauptgefährdung seltener Arten inklusive des Orang-Utans dar und ist für die Verdrängung indigener Gemeinschaften aus ihren Stammesgebieten verantwortlich.
In einem Brief an Marcus Colchester, dem Vorsitzenden des Forest Peoples Programme, teilte Zoellick mit, dass die IFC neue Investitionen in Ölpalmenprojekte eingefroren habe und bereits Untersuchungen bezüglich laufender Projekte in sozialer wie ökologischer Hinsicht angeordnet seien. Auch im Visier der Ermittler seien hier die Aktivitäten der Wilmar Gruppe.
“Das Management der IFC wurde von mir angewiesen, alle erforderlichen Schritte einzuleiten um eine Wiederholung der im Bericht beschriebenen Probleme zu unterbinden. Solange es hier keine neue Strategie gibt, wird es keine neuerliche Finanzunterstützung der IFC an die Palmölindustrie geben,” schreibt Zoellick. “Darüber hinaus wird es von Seiten der IFC eine umfassende Prüfung aller Portfolio-Investitionen im Palmölbereich geben. Die Sicherstellung positiver sozialer und ökologischer Auswirkungen unserer Geschäftsinvestitionen betrachten wir als eine unserer vornehmlichsten Aufgaben.”
Der im August erschienene Report des Forest Peoples Programme forderte die IFC dazu auf, ihre Unterstützung für den Palmölsektor einzustellen bis sie überzeugend darlegen kann, dass weitere Massenrodungen, Landnahmen und Menschenrechtsverletzungen in ihrem Namen nicht mehr vorkommen werden. Die Aktivisten vom Forest Peoples Programme betonten, dass nicht wenige Privatbanken die Standards der IFC zum Vorbild haben.”
Quelle: Source: Mongabay.com
Übersetzung: Lars Dittmer, BOS-Deutschland
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