Nachricht Nr.: 103 18.11.2008 OECD - Kein Klimaschutz wird teuer Neue Klimastudie belegt - zu massiven Anstrengungen im Klimaschutz gibt es keine Alternative
 In Ihrer Studie “Umweltausblick 2030” malt die OECD ein düsteres Szenario: wenn nicht alle Länder zusammenarbeiten im Klimaschutz, sind schon in zwanzig Jahren verheerende Folgen der globalen Erwärmung absehbar.
Die OECD sieht dringenden Handlungsbedarf – sollten nicht gemeinsame Maßnahmen aller Länder beschlossen werden, den CO2-Ausstoß erheblich zu verringern, besteht die Gefahr “das ökologische Fundament für dauerhaften wirtschaftlichen Wohlstand in den nächsten Jahrzehnten irreversibel zu schädigen”, so der vergangenen Montag in Berlin vorgestellte Bericht.
Die OECD kalkuliert mit einem CO2-Anstieg um weitere 37% im genannten Zeitraum; dies könnte sich auf über 50% bis 2050 summieren – wenn nichts geschieht. Der damit einhergehende globale Temperaturanstieg beläuft sich der Studie zufolge auf 1,7 bis 2,4 Grad Celsius.
Die Folgen wären so zahlreich wie katastrophal. Vermehrte Hitzewellen, Dürreperioden, Stürme und Überschwemmungen; die Zahl der von Wassermangel betroffenen Menschen erhöht sich bei “einer nicht nachhaltigen Nutzung und Bewirtschaftung” in diesem Zeitraum von 2,9 auf 3,9 Millarden Euro. Dazu kommen aus der verschlechterten Wasserqualität und Luftverschmutzung resultierende Gesundheitsprobleme.
Flora und Fauna sind gleichermaßen betroffen; als besonders problematische Bereiche listet die OECD hier unter anderem den Artenverlust, Tropenwälder, illegalen Holzeinschlag und die Fragmentierung von Ökosystemen - “Eine erhebliche Zahl der heute bekannten Tier- und Pflanzenarten wird bis dahin wahrscheinlich ausgestorben sein”, prognostiziert die Studie. Schuld daran tragen neben dem Klimawandel der wachsende Flächenbedarf für Nahrungs- und Biokraftstoffproduktion.
In Summa dürfte dies die Erde nicht mehr stemmen; Die Grundlagen der biologisch grundierten Wirtschaftsleistung brechen damit weg. Die Kosten dafür übersteigen die Kosten einer umweltbewussten Politik bei weitem.
Wirksame Maßnahmen müssten unter anderem die Förderung erneuerbarer Energien, der massive Ausbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs und eine energieeffiziente Gebäudesanierung beinhalten. In der Landwirtschaft müssen umweltschädliche Subventionen und der Einsatz umweltbelastender Chemie der Vergangenheit angehören. Ebenso muss auf den Meeren der Raubbau an den Fischbeständen gestoppt bzw. zugunsten nachhaltiger Fischerei reguliert werden. Auf circa 0,1 Prozent des jährlichen Wirtschaftswachstums hätte die Menschheit für die genannten Maßnahmen zu verzichten. Untätigkeit oder auch nur Halbherzigkeit kämen dagegen unvorstellbar teurer.
Quelle: BOS Deutschland
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