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Nachricht Nr.: 349
13.07.2010
EU verbietet Import von illegal geschlagenem Holz
Ab 2013 sollen Holzimporte in EU-Länder ausschliesslich aus legalen Quellen stammen - so entschied das EU-Parlament mit einer überwältigenden Mehrheit

EU verbietet Import von illegal geschlagenem Holz
Ein Erfolg für Waldschützer: Die EU hat beschlossen, die Einfuhr von Hölzern aus illegalem Einschlag zu verbieten. Mit 644 zu 25 Stimmen hat das Europäische Parlament entschieden, Händlern eine Nachweispflicht für Hölzer als auch für Holzprodukte aufzuerlegen. Importeure, die sich daran nicht halten, erwarten Strafen. Die Neuregelung wird in zwei Jahren greifen und den EU-Ländern bei der Umsetzung eigene Spielräume überlassen. Umweltschutzorganisationen begrüßen die Maßnahme, wünschen sich aber mehr.

"Wir senden ein Signal an die Welt, dass die EU nicht länger ein Markt für illegal geschlagene Hölzer ist", sagte EU-Kommissar Janez Potocnik. Bislang war genau dies der Fall: Einfuhrabkommen gab es lediglich mit Ghana, Kamerun, und der Republik Kongo - aus allen anderen Ländern darf nach wie vor nach Belieben Holz in die EU importiert werden. Billig, nicht ökologisch, so meist das Kriterium.

Und dies gilt auch noch bis 2013: bis dahin müssen sich die EU-Länder überlegen, wie sie die Einfuhr sanktionieren wollen.  Unter den neuen Regularien müssen die Importeure Garantien vorlegen, dass ihr Holz aus legaler Produktion stammt. Zudem müssen die Herkunftsquellen rückverfolgbar sein. Die EU schliesst hier nach jahrelangem Ringen eine Gesetzeslücke. Die USA haben bereits vor zwei Jahren ein ähnliches Gesetz erlassen.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass bis zu 40 Prozent der globalen Holzproduktion, oder zwischen 350 und 650 Millionen Kubikmetern, aus illegalem Einschlag stammen. Rund ein Fünftel der Holzeinfuhren in EU-Länder sind dubioser Herkunft. Nach Hochrechnungen des WWFs importierte die EU im Jahr 2006 rund 30 Millionen Kubikmeter illegal geschlagenes Holz - meist aus Russland, China und nicht zuletzt Indonesien.

Denn: Der Anbau von Ölpalmplantagen auf Borneo ist viel lukrativer, wenn sich Holzfäller die schönsten Bäume aus den Regenwäldern fischen, und erst dann großflächig roden. So kann neben der Bereitstellung von Flächen zum Plantagenanbau noch zusätzliches Geld verdient werden. Die Hölzer werden zu Mobiliar und Verandas aus Bangkirai und Meranti verarbeitet und finden überall in Europa Absatz.

Dies soll jetzt unterbunden werden - und gleichermaßen ein Beitrag für den Klimaschutz geleistet werden. Umweltschutzorganisationen begrüßten den Schritt, zeigten sich aber nicht übermäßig euphorisch. "Bis die Gesetze in Kraft treten, wird der Druck auf die Regenwälder massiv wachsen", warnte etwa Boris Thiemig, Geschäftsleiter Projekte und Internationale Zusammenarbeit bei BOS Deutschland. Zudem erlaube die Übertragung an die Länder Schlupflöcher: Dort wo die Importeure am wenigsten zu befürchten haben, könnten sich die illegalen Machenschaften um das Holz künftig mehren.


Quelle: AFP, Lars Dittmer, BOS-Deutschland

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